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Westfalen-Blatt vom 16.09.2015:

Neue Westfälische vom 21.09.2015:

Westfalen-Blatt vom 22.09.2015:

Einladung zum Festwochenende 1175 Jahre Rösebeck

19.-20.09.2015

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

1175der Höhepunkt der Feierlichkeiten zur 1175-Jahr-Feier ist das Festwochende am 19. und 20. September. An diesem Wochenende wollen wir unser Kartoffelfest feiern. Dieses beginnt am Samstag, den 19. September ab 16:00 Uhr bei der Bördeblickhalle. Die Projektgruppe hat sich für dieses Kartoffelfest einiges einfallen lassen. Es werden verschiedene Kartoffelgerichte angeboten; dazu gibt es auch Schinkenbraten und Würstchen. Diese können bei hoffentlich gutem Wetter vor der Börblickhalle in einem gemütlichen Rahmen probiert werden. Bei schlechtem Wetter wird in der Bördeblickhalle gefeiert. Für die Kleinen bietet der Spielmannszug Rösebeck eine Kinderbetreuung mit Spielen an.

Am Sonntag, den 20. September beginnen wir um 10:30 Uhr mit einer heiligen Messe in der Bördeblickhalle. Anschließend wird eine Kartoffelsuppe zum Mittagessen angeboten. Am Nachmittag gibt es in der Halle Kaffee und Kuchen mit anschließendem Ausklang des Festwochenendes.

Während des Wochenendes werden verschiedene Projekte vorgestellt. Unter anderem wird ein Modell von Rösebeck aus den 19ten Jahrhundert ausgestellt sowie eine Ausstellung über Flüchtlinge und Evakuierte in Rösebeck nach dem 2. Weltkrieg gezeigt. Zudem werden verschiedene Dia-Shows den Ort Früher und Heute vergleichen und es gibt eine Dia-Show über die Arbeit in den verschieden Projekt-Gruppen.

Das Organisations-Team 1175 Jahre Rösebeck

Geschichtlicher Hintergrund: Rösebeck wird 1175 Jahre

(Kurzfassung aus dem Mitteilungsblatt der Orgelstadt Borgentreich vom 22.08.2015)

Am 10. Dezember 840 fand in Paderborn ein Reichstag statt, zu dem die Großen des Landes unter Führung König Ludwigs des Deutschen zusammenkamen. Und am 14. Dezember weilte Ludwig in Rösebeck, wo ein Reichs- oder Königshof bestand. Dies wissen wir aus einer Urkunde, deren Abschrift im ältesten Corveyer Kopialbuch erhalten ist.

Damit war Rösebeck zum ersten Mal in der Geschichte genannt, und es ist der älteste Ort im Bereich der Stadt Borgentreich. Wenn der König den Ort besuchte, dann heißt das aber auch, dass der Ort bereits bestand, und das nicht erst seit dem Tage vorher.

Wie alt er jedoch tatsächlich ist, wissen wir nicht. Man muss sich für Ortsjubiläen an eine solche Ersterwähnung halten, auch wenn es kein Gründungsdatum ist. Denn Dörfer sind ‚entstanden', ‚gegründet' (mit bekanntem Datum) wurden allenfalls Städte; und ein Streit über das wahre Alter eines Dorfes wäre nicht nur mit aller Wahrscheinlichkeit ergebnislos, er würde auch nie zu dem für ein Jubiläum so wichtigen Datum eines bestimmten einzelnen Jahres führen.

‚Rosbah'

Eine Urkunde von 850 in der Rösebeck zweimal genannt wird.Zumindest als Indiz dafür, dass Rösebeck womöglich wesentlich älter ist und seine Existenz bis in die sächsische Zeit (8. Jahrhundert) oder gar vorsächsische Zeit zurückreicht, kann man jedoch seinen Namen werten. Die Erstnennung lautet ‚rosbah'. Gelesen werden muss dies als ‚rösbach' mit langem ‚ö' (ein solcher Umlaut wurde schriftlich erst sieben bis acht Jahrhunderte später ausgedrückt), sonst hätte sprachhistorisch nicht der heutige Name daraus werden können.

Die Form ‚rosbah' ist hochdeutsch, ein niederdeutsches ‚rosbeki' findet sich erst ab 973. Grundwort ist altsächsisch ‚biki' = ‚Bach', das Beiwort ‚ros' ist verwandt mit ‚Reuse' (‚aus Rohr geflochtener Fischfangkorb') und nach einer festen germanischen Lautregel auch mit ‚Rohr' und ‚Röhricht'. Der ‚rosbah' ist also ein ‚Rohrbach', ein Bach, der durch ein Röhricht fließt. Gemeint sein wird die Eggel mit dem Rietbruch und dem Rösebecker Bruch, und es ist in der Regel ein solcher Anschluss des Ortsnamens an einen Gewässernamen, der auf ein höheres Alter des Ortes hinweist.

Belegt sind die Ortsnamen in unserer Gegend aber erst seit der fränkischen Zeit, also ab etwa 800. Dabei fällt auf, dass die südlichen Ortschaften der östlichen Warburger Börde, Großeneder, Daseburg, Rösebeck, Körbecke und Bühne, alle schon im neunten Jahrhundert erwähnt sind, während die nördlichen (Drankhausen, Natingen, Natzungen, Eddessen und auch Schweckhausen, Frohnhausen, Auenhausen) nicht vor dem elften Jahrhundert genannt werden.

Dieser kompakte Unterschied kann kein Zufall sein. Er muss wohl dahingehend gedeutet werden, dass die Erschließung der östlichen Börde durch eine von Dörfern strukturierte Landwirtschaft von Süden nach Norden fortschritt. Die Städte Borgentreich und Borgholz kamen erst viel später, Ende des 13. Jahrhunderts hinzu. Sie markierten bereits einen Wandel in der regionalen Besiedelungsstruktur, der letztlich zum Verschwinden mancher alter Dörfer führte.

Besitztum Rösebeck

Bis ins frühe 19. Jahrhundert ist die Geschichte eines Dorfes in der Regel die Geschichte der Besitzer, denen das Dorf gehörte. Denn ihnen gehörten nicht nur die Ländereien, die Gebäude usw., sondern auch die Leute, die Leibeigenen, die das Land zu bearbeiten und dem Besitzer Erträge zu erbringen hatten. Rösebecks erster Besitzer, so lernen wir aus dem Umstand, dass dort ein Königshof bestand, war der König selber, der oberste Lehensherr.

Der mittelalterliche Staat war zunächst ein Personenverband gewesen, dessen Ausdehnung nicht von territorialen Grenzen bestimmt war, sondern von Gefolgschaftsverhältnissen, wie sie ab dem achten Jahrhundert durch das Lehenswesen als zentralem Organisationsprinzip geschaffen wurden.

Es war ein Treueverhältnis auf Gegenseitigkeit, bei dem der Herr als Lehensgeber Schutz und - z.B. eben durch Land - Unterhalt zu gewähren hatte, der Vasall als Lehensnehmer dafür Ratgebung und Kriegsdienst leisten musste. Größere Lehensnehmer, seien es Adelige oder kirchliche Würdenträger, konnten nun ihrerseits wieder als Lehensgeber auftreten und ein Gefolge von Vasallen an sich binden usw. Im 12. Jahrhundert erreichte dies System bis zu sieben Stufen.

Als König Ludwig in Rösebeck weilte, hatte er die Besitzungen dort (wie auch in Körbecke und in der Umgebung) bereits weitgehend an einen Grafen Adalrich verlehnt, Ludwig war gewissermaßen Gast im eigenen Hause. Adalrich nun übertrug diese Besitzungen im Jahr 850 an das Kloster Fulda (solche Übertragungen sollten zumeist dem eigenen Seelenheil dienen).

Dem Kloster Fulda aber waren diese Besitzungen offenbar zu weit entfernt, es gab sie 897 an einen Grafen Konrad und erhielt dafür im Tauschwege andere von dessen Besitzungen. Eigentlich galt Lehensbesitz nur auf Lebenszeit und fiel beim Tod des Vasallen an den Herrn zurück. Doch schon im 10. Jahrhundert wurden die Lehen mehr und mehr zu erblichem Eigentum.

Als jedoch 939 Konrads Geschlecht ausstarb, fiel Rösebeck wohl wieder an das Reich zurück. Denn am 12. April 965 schenkt Otto I. (genannt der Große, weil er 955 Sieger über die Ungarn wurde) Rösebeck mit seinem Haupthof und allen dazu gehörenden Besitzungen dem Erzstift Magdeburg.

Die am Kirchturm Rösebeck angebrachte Inschrifttafel von 1607.Dies ließ seine Besitzungen im sächsischen Hessengau nicht lange ohne Kirche. 961 hatte Kaiser Otto die Gebeine seines Lieblingsheiligen Mauritius von Sankt Moritz nach Magdeburg überführen lassen, und auf Grund des Mauritius-Patroziniums kann die Kirche in Rösebeck nur von Magdeburg gegründet sein. Damit besitzt Rösebeck nachweislich eine der ältesten Pfarreien in der näheren Umgebung. Wann Magdeburg Rösebeck als Besitztum wiederum verlor, ist nicht bekannt.

Jedenfalls hatte schon bald die Paderborner Kirche in Rösebeck Besitz. Kaiser Heinrich II. hatte ab 1010 viel Reichseigentum als Besitz oder zumindest als Lehen an Kirchen, Klöster oder Grafen gegeben, und so muss auch Rösebeck zu dieser Zeit an Paderborn gekommen sein.

Der Besitz wurde aber bereits 1018 von Paderborn an den Warburger Grafen Dodiko als Lehen weitergegeben. Nach dessen Tode indes fiel, da sein einziger Sohn mit dem Pferd tödlich verunglückt war, die Besitzung wieder an den Paderborner Bischof zurück. Damit kann die Errichtung der Pfarrei in Rösebeck genauer, nämlich auf die Zeit zwischen 965 und 1010 eingegrenzt werden.

Von einem eigenen Pfarrer in Rösebeck erfahren wir jedoch erst im Jahre 1256. Im ersten Paderborner Archidiakonatsverzeichnis von 1231 ist Rösebeck noch nicht aufgeführt, es war pfarrlich wohl von einer Nachbarpfarrei, wahrscheinlich Daseburg, betreut.

Um 1255 belehnte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden im Zuge seiner Machtausweitungsversuche den Ritter Hermann Spiegel jun. mit dem Desenberg, was für Rösebeck nicht unbedingt Gutes bedeutete. Die Spiegel standen in ziemlich schlechtem Ruf, denn sie ließen keine Gelegenheit aus, bei Fehden kräftig mitzumischen und als Raubritter Land und Leute heimzusuchen. Ihre Feinde taten im Gegenzug das gleiche mit den Besitzungen der Spiegels, d. h. ihren Dörfern und Ländereien. So werden im 14. und 15. Jahrhundert auch die Rösebecker unter dem Fehdeunwesen gelitten haben.

Die Ritterfamilie Spiegel hatte die zerstört daliegende Burg auf dem Desenberg wieder aufgebaut und errichtete die Herrschaft Desenberg, zu welcher im Paderborner Bereich außer Rösebeck sieben weitere Dörfer gehörten und die sie zu einer von Paderborn unabhängigen Landesherrschaft auszubauen versuchten. Ihren nordhessischen Eigenbesitz sicherten die Spiegel durch die Gründung der Stadt Liebenau ab.

1471 allerdings ließ der Paderborner Bischof die Burg auf dem Desenberg zerschießen und die Spiegels mussten die Paderborner Landeshoheit endgültig anerkennen. Dennoch agierten sie in ihrem Einflussbereich immer wieder wie unabhängige Landesherren. Dass sie dabei in vielen Dörfern mit bischöflich Paderborner Richtern und Amtsleuten zu rivalisieren hatten, machte die Sache für die Bewohner nicht einfacher.

Kriege und Friedenszeiten

Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und des Siebenjährigen Krieges zogen dann auch Rösebeck stark in Mitleidenschaft. Die Menschen waren von Armut und Hungersnot geplagt. Vor allem im Siebenjährigen Krieg (1756-63) wurden die Bewohner mit erdrückenden Steuern und Abgaben belastet. Daneben musste in den Wintermonaten der Jahre ab 1758 den Soldaten und Pferden der Streitkräfte Quartier gewährt werden.

Allein im Winterquartier 1758 waren vom 1. Bataillon Prinz Karl, Hessen, 132 Mann in Rösebeck untergebracht. Nach der Schlacht im Juli 1760 bei Warburg brach im Winter 1760/61 die größte Not aus, da die Vorräte verbraucht und die Felder verwüstet worden waren bzw. keinen ausreichenden Ertrag gebracht hatten.

Das Jahr 1802 brachte das Ende der geistlichen Herrschaft, das Hochstift Paderborn als seit fast 500 Jahren selbständiges Territorium fiel an Preußen. Doch dessen erste Herrschaft währte nur kurz, 1807 kamen die Franzosen.
Im Königreich Westfalen, von Napoleons Bruder Jerôme regiert, wurde Rösebeck Hauptort eines Cantons, der den Süden und Westen der heutigen Stadt Borgentreich sowie Daseburg umfasste. Es war ein fortschrittliches Regiment, wo Hand- und Spanndienste für die Gutsherrschaft abgeschafft, staatliche Gerichte und ein Steuersystem ohne Privilegien eingeführt und die Juden gleichberechtigt wurden. Öffentliche Ämter waren allgemein zugänglich, denn es gab ja keine Standesprivilegien mehr.

Unmut bereitete jedoch außer der reichen Hofhaltung in Kassel vor allem, dass Jerômes eroberungssüchtiger Bruder Napoleon stets Geld, Naturalien und Leute für seine Kriege brauchte. Als dann Ende 1813 die Preußen zurück kamen, hieß das, dass so mancher Fortschritt wieder abgeschafft wurde, nicht aber, dass die Missstände aufgehoben wurden. Die Preußen brauchten Soldaten genauso wie Napoleon. Viele desertierten, auch in Rösebeck, und ihre Familien wurden massiven Repressalien ausgesetzt, um zu erzwingen, dass die Deserteure sich stellten.

Der Kanton Rösebeck bestand zunächst weiter und wurde erst zum 1.9.1843 durch Zusammenlegung mit dem Kanton Borgentreich zum Amt Borgholz aufgehoben. Das 19. Jahrhundert wurde dann zu dem Zeitraum, in dem sich die Verhältnisse grundlegend verbesserten.

Das beruhte zunächst auf der Bauernbefreiung, die jedoch auch ihre Schwierigkeiten mit sich brachte. Sie lagen vornehmlich in den Ablösesummen, die die nunmehr freien Bauern an die früheren Grundherren zu zahlen hatten und die sie in Jahren mit schlechter Ernte kaum oder gar nicht aufbringen konnten. Erst die Einrichtung einer „Tilgungskasse zur Erleichterung der Ablösung der Reallasten" für die Kreise des Paderborner Landes (Paderborn, Büren, Warburg, Höxter) im Jahr 1834 milderte diese Folgen.

Zudem war aber auch die Separation, die in Rösebeck um die Mitte des Jahrhunderts stattfand, ein großer Fortschritt für die landwirtschaftlich geprägten Dörfer der Warburger Börde. Der Flickenteppich von kleinsten, oft gar nicht direkt zugänglichen Ackerflächen wurde ersetzt durch größere, gut zugängliche Anbauflächen, und dies trug nicht unerheblich zu einer Steigerung der Erträge bei.

Doch bei aller Aufwärtsentwicklung, die das 19. Jahrhundert prägte, führte der Geburtenüberschuss, den auch Rösebeck damals zu verzeichnen hatte, nur zu verstärkter Aus- und Abwanderung. 1841 hatte der Ort mit 661 Einwohnern mehr Bewohner als heute. Da Gewerbe oder gar Industrie sich in der Region nur sehr mäßig entwickelten, gab es für einen Bevölkerungszuwachs keine Existenzgrundlage. Diese musste in der aufstrebenden Industrie des Bergischen Landes und des Ruhrgebiets, in den landwirtschaftlichen Neuerschließungen des deutschen Ostens oder auf gut Glück in Nordamerika gesucht werden.

Zwar gab es Mitte des 19. Jahrhunderts eine zaghafte Bemühung, Gewerbe nach Rösebeck zu bringen, als nämlich der Lehrer Busch auf dem Schulgelände eine Maulbeerbaumplantage anlegte und von Seidengewinnung und -verarbeitung träumte. Doch nach seinem Tod 1866 endeten die Träume weitgehend als Brennholz und Rösebeck wurde kein zweites Krefeld.

Das 20. Jahrhundert

Logo RösebeckSchon im 19. Jahrhundert, vor allem im zweiten Drittel des Jahrhundert, war in der Region mit dem Aufbau von erster ‚Infrastruktur' begonnen worden, indem die Ortschaften durch befestigte Landstraßen, die sogenannten Chausseen, miteinander verbunden wurden. Die entsprachen bei weitem noch nicht den heutigen Standards von Landstraßen, ermöglichten aber immerhin den Verkehr zwischen den Orten bei jedem Wetter, auch dem schlechtesten. Rösebeck war u. A. durch die Chaussee von Warburg über Daseburg und weiter nach Körbecke und Bühne in dies Netz einbezogen.

Die weiteren infrastrukturellen Annehmlichkeiten, die Versorgung mit Strom und Wasser und die Entsorgung des Abwassers, die uns heute selbstverständlich sind und die in großen Städten Ende des 19. Jahrhunderts Einzug hielten, ließen auf dem Lande aber noch lange auf sich warten, teils mehr als ein halbes Jahrhundert.

1914 wurde die Edertalsperre fertig gestellt, die Pläne einer weiträumigen Stromverteilung lagen auf dem Tisch, und die ‚Überlandzentrale' in Kassel hätte in Aktion treten können. Doch dann brach der Krieg aus, alles verzögerte sich. Nur Borgholz und Lütgeneder hatten das Glück, noch im Krieg angeschlossen zu werden, Rösebeck bekam wie Manrode und Körbecke erst 1921 Strom, und weiter im Norden, in Borgentreich, Natzungen und Natingen, musste man gar bis 1926 warten.

Noch ‚trüber' sah es mit dem Wasser aus. Die meisten Borgentreicher Ortschaften erhielten im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts Wasserleitungen, nicht aber Großeneder und Rösebeck. Beiderorts blieb man bei Brunnen und Sickergruben und beiderorts mussten hygienische Untersuchungen das Wasser immer wieder als schlecht qualifizieren.

Das änderte sich erst lange nach Ende des Zweiten Weltkriegs, nämlich ab 1960. Zunächst bekam Rösebeck eine erste Kläranlage, dann 1961 erhielten die Häuser Kanalanschluss; danach wurde ein Hochbehälter errichtet, und ab Anfang 1963 konnte man in den Häusern den Hahn aufdrehen und das Wasser fließen lassen.

Ab 1988 dann wurde Rösebeck Gegenstand einer intensiven Ortserneuerung, weitgehend vom Amt für Agrarordnung in Warburg und mit EU-Mitteln getragen. Am Ende, nach fast zehn Jahren, waren viele Straßen verbessert und das Ortsbild durchgreifend verschönert.

Auch einen musealen Beitrag konnte Rösebeck leisten, und zwar durch die Versetzung eines Tagelöhnerhauses, das am 11. Juni 1991 in Rösebeck auf einen Mammut-Tieflader aufgeladen, über Nacht zum Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold transportiert und dort dann wieder aufgestellt und restauriert wurde.

1990 kam der Anlass, sich zu erinnern. Mit großem festlichen Aufwand, vielen Gästen aus Nah und Fern und einer umfänglichen Festschrift wurde das 1150-jährige Jubiläum des Ortes begangen. Da kann man das ‚Zwischenjubiläum' der 1175 Jahre in diesem Jahr (2015) in der Tat bescheidener und ortsbezogener halten. Denn 2040 steht mit dem 1200-Jährigen des Ortes ja wieder ein großer ‚Geburtstag' an.